Zehn Tage an der Müritz

Im August dieses Jahres verlebten 27 Leute zehn Tage im Gästehaus „Ecktannen“ in Waren an der Müritz. Wir waren eine bunte Gruppe. Die drei Kinder Jule, Nele und Jacob haben für Stimmung gesorgt. In dem komfortablen Haus konnten wir uns gut erholen. Jeden Tag wurde von uns eine Morgenandacht gehalten. Dieses Angebot wurde von einigen gern wahrgenommen. So wurde der Tag besinnlich begonnen.

Der Luftkurort Waren (Müritz) ist eine Stadt in der Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Waren ist der Fläche nach die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie hat 2100 Einwohner und eine schöne Altstadt.
Die Mecklenburgische Seenplatte ist die größte zusammenhängende Seenlandschaft Deutschlands.
Was wäre eine Rüstzeit ohne Schifffahrt? An einem sonnigen Nachmittag stachen wir in See. Der Kapitän erzählte uns viel über die Seenlandschaft.
Das Müritzeum lädt in die Unterwasserwelt ein, viele von uns besuchten es.
In der Gruppe oder allein konnten wir Wanderwege erkunden. Der See hinter dem Haus lud zum Baden ein. Wir sind dankbar, dass das Wetter so gut war.
Einige Teilnehmer haben in der Freilichtbühne zu Waren die „Müritz-Saga“ erlebt.
Mecklenburg zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Auf Gut Warentin wird großer Wert auf Tradition gelegt – und wenn es nach dem alten Freiherrn ginge, würde alles so bleiben, wie es immer war. Mit harter Hand verlangt er auch von seinem einzigen Sohn, sich in dieses Leben einzufügen. Doch der hat andere Pläne: Er genießt das Leben, liebt die Frauen und den Wein, steckt voller verrückter Ideen, die den Alltag ein wenig leichter machen sollen. Als der junge Freiherr dann auf die geheimnisvolle Clara trifft, überschlagen sich die Ereignisse. Schon bald wird er beweisen müssen, dass er seines Namens würdig ist: Wolf von Warentin!
Wir haben viel gesungen. Karin begleitete uns auf ihrer Gitarre und Rainer auf seiner Geige. Rainer weckte uns jeden Morgen mit einem Coral.
An einem Abend las Katrin Gedichte und Fabeln – von Rolf geschrieben – vor. Rolf machte auf sein Fabelbüchlein neugierig, das im diesem Herbst erscheinen wird.
Thomas aus dem Johannesstift Berlin las Gedichte von den alten Meistern vor. Den „Zauberlehrling“ von Wolfgang von Goethe hat er sehr gut vorgetragen. Die literarische Stunde wurde von Rainer musikalisch umrahmt.
Fast jeden Abend saßen wir am Lagerfeuer, das Thomas und Robby entfachten und bewachten. Sie schafften leidenschaftlich Holz heran.
Zu Beginn der Rüstzeit verteilte Christa Zettel mit unseren Namen. Jeder zog einen Namen. Jeder sollte für einen anderen ein Schutzengel sein. Doch er sollte sich nicht verraten. Wir sollten unserem Anvertrauten etwas Gutes tun. Bei der Abschlussrunde haben sich leider wenige geoutet.
Die Hilfsbereitschaft untereinander stärkte unsere Gemeinschaft. Es war eine tolle Zeit Wir danken Christa und Andreas, dass sie alles so gut organisiert haben.
Rolf Gutsche

Stille Zeit auf dem Schwanberg

Anfang Oktober dieses Jahres fuhren wir mit zwei Kleinbussen nach Rödelsee auf den Schwanberg in Unterfranken. Für uns RollstuhlfahrerInnen war die Anreise bequem. Teilnehmer unserer Gruppe reisten mit der Bahn an. Auf dem gleichnamigen Berg steht „unser Kloster“. Nicht weit ab befindet sich der Jugendhof, auf dem wir in Bungalows unsere Herberge fanden. Hier haben wir Tage der stillen Zeit verlebt. Auch das schöne Wetter hat dazu beigetragen, dass wir auf unseren Spaziergängen die herbstliche und ruhige Natur genießen und uns entspannen konnten. Im Schwanbergcafe gibt es leckere Torten. Die Schwanbergtorte ist eine Spezialität des Hauses. Sie hat verschiedene Schichten (Marzipan, Frucht und Creme). Die Auswahl der Kuchen ist groß, so dass wir in den Tagen nicht alle Torten kosten konnten. An einem Nachmittag erfreuten wir uns an einem Klavierkonzert im Schloss. Kurzfristig hat sich ein Pianist aus Litauen entschlossen, ein Konzert zu geben. Er spielte Stücke von Schumann, Brahms und etwas Modernes aus Frankreich. Wir waren beeindruckt, wie flink er spielen kann. Uns besuchte Schwester Nadine, die erst vor Kurzen in den Orden gekommen ist. Sie erzählte etwas vom Leben der Communität (Communität heißt Gemeinschaft), einer evangelisch-lutherischen Ordensgemeinschaft, die im Geist der Regel des Heiligen Benedikt lebt und arbeitet. Die Nonnen nehmen an 4 Gebetszeiten teil. Nach den Morgen- und Abendgebeten haben sie Zeiten des Schweigens. Die Schwestern arbeiten hier in den verschiedenen Gästehäusern. Wichtig für uns waren die Gebetszeiten im Kloster. Das Hören und Mitsingen der Psalmen ging mir unter die Haut. Zeit zu haben für Gott und die Gemeinschaft zu erleben. Nach neun Tagen fuhren wir gestärkt nach Berlin zurück.

Rolf Gutsche